Heute morgen beim Wachwerden sprudelte dieser psychophilosophische Essay einfach in einem Rutsch -platsch- aus mir raus, wie das eben manchmal so geht. Ich weiß, nicht jeder interessiert sich für derlei abstruse Gedanken, aber wer verstehen will, woher ich gedanklich komme, sollte wenigstens eine Chance bekommen, die psychisch stressige Vergangenheit zu erahnen, aus der ich mich herausgearbeitet habe. Nach zahlreichen jahrelangen Symptomen, Syndromen, Diagnosen und Therapien begann bei mir erst 2014 ein seelisch "erleichtertes" Leben ohne die schweren "letzten Fragen", unter denen das Ich litt und all die NEUROPOESIE als Antwort fabrizierte: mein ganzes lyrisches Werk war bis dahin ein einziger intellektueller Rausch, um den LOCHISMUS zu begreifen, der diesem Ich 1989 widerfahren war...

 


Das Buch zum Thema: "DAS TABU DER PSYCHIATRIE" (=Neurosmog.de / Leseprobe @ ÜBER-ICH.de)


Tom de Toys,1.5.2022 @ ÜBER-ICH.de: Hommage an die Nulltherapie der LDL (Urruhe.de)

DIE URSCHIZOPHRENIE DES DREIFACHEN ICHSEINS

(VOM HEIMLICHEN ENDE DER NEUROPHILOSOPHIE)

 

Aus irgendeinem idiotischen Grund glaubt der sogenannte spirituelle Sucher, "sein kleines" Ich sei etwas anderes als all das, was "sein" Ich insgesamt wahrnimmt, und da "er" sogar "sein" Ich beim Wahrnehmen als Denkobjekt wahrnimmt, meint "er", ein zweites Ich sein zu müssen, das "sein eigenes" Ich von irgendwo anders aus beobachtet. Diesen großartigen Selbstbeobachter bezeichnet er als sein tieferes oder höheres Selbst, je nachdem ob es sich eher wie eine kristallklare Bergspitze in dünner Luft oder doch eher wie der schwärzeste Urgrund des Ozeans ohne jeglichen Lichtstrahl anfühlt. Aber auch diesen geheimnisvoll dissoziierten Standort des selbsterfundenen zweiten Ichs kann "er" nirgendwo in der Landschaft finden und kreist darum immer verzweifelter, schneller, komplexer, reflektierter, gebildeter und vorallem immer eingebildeter in alle schwindelerregenden Richtungen um sein kleines Ich und sein erhabenes Selbst wie ein schizophrener Schiedsrichter, der beiden Ichs beim metaphysischen Pingpong zuschaut, ohne selber ein Ich sein zu wollen, in der Hoffnung, dass sich irgendwo in diesem selbstzermürbenden Trichterstrudel der immer deutlicher konturierten Mitte des delirischen Kreisens das eigene Dritt-Ichsein am Ende des Trichters als Urknall, Gott oder Seele offenbaren möge, das dann die letzte, absolute, eigentliche, unendliche Wahrheit hinter der Wahrnehmung sein müsste (so etwas wie das Pleroma bei C.G.Jung). Dieses total entrückte, angeblich "nonduale" dritte Ich sei ein von den beiden anderen Spiegel-Ichs gänzlich befreites Nicht-Ich, das weder sich selbst noch die anderen wahrnimmt, sondern ganz weit hinter allen Landschaft-Ichs in einem transzendenten, jenseitigen Unraum wohne und nicht nur unendlich, sondern auch leer sei, leer von sich selbst und damit auch leer von der Vorstellung der Unendlichkeit. Mit etwas Glück und Geduld fällt der um sich selbst kreisende Idiot irgendwann tatsächlich durch diesen Trichter der Selbstsuche ins sogenannte Nichts, aber was dann wirklich geschieht, ist so ziemlich das Unerwartetste und Schockierendste, was sich kein Ich jemals wünschen wollte: da ist nämlich nichts! Einfach nichts. Weder eine Seele noch Gott und auch keine Erleuchtung, geschweige denn ein "Nichts". Was hier tatsächlich passiert, ist etwas wesentlich heilsameres: all diese sich selbst spiegelnden Ichs lösen sich auf - allesamt! Die gesamte in sich verschachtelte und verkrampfte Wahrnehmung fällt durch das leere Loch hindurch und landet einfach nur in sich selbst: plötzlich zurückgekehrt aus der Selbstentfremdung der letzten Frage nach dem vermeintlichen Sein des Seins. Von nun an gibt es kein kleines Ich mehr, das sich fragt, wer es sei, und kein großes Selbst, das das Ich beobachtet, und keine unendliche Seele, die über diese beiden meditiert, als wäre sie ein allwissender Guru. Was sich dem Idiot aber stattdessen offenbart, ist die Tatsache der Wahrnehmung als das vielleicht verrückteste Wunder der Natur überhaupt: es gibt Wahrnehmung! Die ganze Natur, ja das gesamte Universum ist seine eigene Selbst-Wahr-Nehmung! Alles ist wahr, ja so wahr, dass es nichts Wahreres geben kann! Alles nimmt wahr, was tatsächlich da ist, das ganze unendliche Da-Sein - befreit von den Ichs, die sich überall in die leere Mitte der unendlichen Dinge einmieten möchten! Kein Baum hat ein Ich und kein Mensch hat mehr zwei oder drei! Der erleuchtete Mensch ist ein seelenloser, gottloser, von seiner Selbstsuche befreiter in seiner Wahrnehmung ruhender Wahr-Nehmer, der alles fürwahr nimmt, was sich wahrnehmen lässt. Sogar sein eigenes Denken, das dauernd Ich sagt und überflüssige Fragen stellt. Was für ein wundervolles und aufregendes Leben ohne philosophische Fragen! Der Alltag kann kommen! Die echten Aufgaben beginnen! Es fühlt sich an, als sei das Leben auf dem Planet Erde ein durchgeknallter Science-Fiction-Film mit den unglaublichsten Dingen und Fähigkeiten. Die Augen schauen zu den Sternen und denken nur: sagenhaft, wie alles umeinander tanzt, als sei das ganze Universum ein einziges Molekül mit Trillionen Elektronenbahnen oder ein schwarzes Loch, in dem alles einfach nur grundlos herumhängt...