MEHR ZUR THEORIE DER "ICHLOSIGKEIT" © POEMiE™

Live-Konzept "NONDUALJAZZ" ab 2020


"Das Desinteressierte Klavier"

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Didaktisches Konzept: DAS UNBEKANNTE "MONSTER" KLAVIER (für Schulen & privat)
Frühkindliche Musikerziehung muss nicht langweilig sein. Wer den konservativen Unterricht für sein Kind eher ungeeignet findet, erkennt in diesem Konzept vielleicht eine sinnvolle Alternative...
Kinder-Klavier-Unterricht KONZEPT De Toy
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Last scene of the movie "POEM": 20th anniversary 2001 - 2021

"POEM - Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug" (BRD 2003, 91 Min, Regie: Ralf Schmerberg)

At August 19, 2021 exactly 20 years ago Ray Cooper (who was acting a technician 1985 in the movie "BRAZIL") appeared on the top of a sand hill in Potsdam to look at the naked actors of Schmerbergs movie "POEM" that he produced. It was my poem (titled "ÜBERSTRÖMUNG") at that week-end that was used and i was secretly among the blue painted actors of Smudo's army. Funny was that the others (who didn't know that i was the actual poet) starred at Ray Cooper (without knowing either who he was!) laughing and saying: "OH, LOOK, THAT MUST BE THE POET!" As i wanted to stay anonymous i just commented "For sure!" but found it incredible that people believe, a poet has to be clothed in black with sunglasses, looking intellectual like an "existentialist" and in a far mental sphere. I was never such a "metaphysical" type of poet, but people seem to need that image to believe in "serious" poetry. Well, after that week-end Ralf tried hard to cut and finish the scene for his movie, but in the end he exchanged my poem and used parts of the ode by Schiller "AN DIE FREUDE" with music by Beethoven. At the world premiere in Volksbühne 2003 all the hundreds of naked actors were totally disappointed that "their" scene was placed even after the end of the movie and moreover they shouted: "Where is Tom's poem?" I was sitting secretly in the darkest corner of the highest last row and tried to escape but the reporter lady saw me and forced me to give a statement... After all these 20 years i look back at that crazy time and somehow still don't understand WHY Schmerberg REALLY wanted my poem but then NOT. I guess it had to do with his private spiritual searching as my poem was about overcoming God instead of trusting in any religious object. Ralf understood my poem too late somehow. And then it didn't fit for his movie message. It still makes me sad because by that the movie became much too religious, without any critical message...



DIE ZERSTÖRUNG DES "GUTEN GESCHMACKS"

Zeitgenössische Improvisationsmusik gemäß meiner Musikreform "Das Desinteressierte Klavier" muss so dreckig, kaputt und schräg klingen, daß keinerlei idealistisch-romantische Verklärung der Realität übrig bleibt - eine Musik zum Wegrennen und Schreien! Nur in solch einer archaischen Klangbaustelle unermesslich tiefer Zerstörung des guten Geschmacks (vorallem im spießigen Free Jazz, der ja oftmals leider den gutbürgerlichsten Kitsch schlechthin darstellt, sogar wenn ein Solo statt absoluter Freiheit nur bemühtes Wiederkäuen von wohlbekannten zwanghaften Mustern -traditionell etablierte Abläufe von Melodie und Rhythmus- bietet, die zu artigem Applaus führen!) kann sich beim mit Wohlklang verwöhnten Zuhörer die totale Desillusionierung einstellen, die das akustische Erlebnis der Leere hinter den Tönen spürbar macht. Das ist für mich wahrhaft "konkrete" Musik wie das schwarze Quadrat von Malewitsch: erst wenn jegliches emotionale oder gegenständliche Assoziationspotenzial auf Null sinkt! Musik nennen das dann nur noch wenige, aber das sind dieselben Banausen, die schon den Impressionismus verhindern wollten! ALLES BEGINNT IM NONDUALEN KLANGTEPPICH der notdürftig geflickten Tonlöcher...

 

VERGOLDETE STATT VERGEUDETE ZEIT

Der Musik ergeht es aktuell so wie der sogenannten "modernen" Kunst ab Mitte des letzten Jahrhunderts: alle Melodien wurden komponiert, alle Sounds bereits verwendet, alle Rhythmen bedienen sich beim Repertoire. Wer etwas Eigenes, Originelles, Neues, Authentisches oder Revolutionäres komponieren will, wird ungewollt klauen, kopieren und in Strömungen, Schulen, Traditionen und Richtungen eingeordnet werden, die alles schon längst in Hitformaten & Evergreens hörbar gemacht haben. Sogar Free Jazz erlaubt keinen Ausbruch mehr aus der Konvention, sondern ist selber zur Unterhaltungsmusik verkommen! Wirklich FREIE Klangwelten entstehen nur durch totale Improvisation in jedem absoluten Moment der unwiederholbaren Gegenwart durch Loslassen vom egogesteuerten Anspruch, überhaupt "Musik" MACHEN zu wollen. Musik wird nicht gemacht! Sie entsteht automatisch durch HINHÖREN und das Instrument spielen LASSEN, was es selber entwickelt. Die Neue Musik ist daher ein unkontrollierbarer Klangteppich aus dem Nichts...

 

Manifest "DIE GEBURT DER MÜHELOSEN MUSIK AUS DEM GEISTE DER ICHLOSIGKEIT" = 1) Es gibt keinen Spieler; 2) Die Finger fallen ferngesteuert aus der Leere; 3) Jeder Klang reiner Selbstzweck; 4) Jede Melodie purer Zufall; 5) Keine Harmonie Absicht; 6) Kein Taktzwang; 7) Weder Anfang noch Ende; 8) Null Komposition; 9) Zuhörer desinteressiert! / Nach 3 Jahrzehnten Abstinenz (1989 entwickelte ich dank der LOCHISMUS-Erfahrung zahlreiche Ideen in verschiedenen Kunstgattungen) beginne ich auf demselben alten Klavier, auf dem ich in meiner Jugend fast zwanghaft übte, meine damalige Vision einer Musikreform namens DAS DESINTERESSIERTE KLAVIER als "mühelose Musik" in sporadischen Tonaufzeichnungen zu dokumentieren. Meine Liebe zur "Konkreten Musik" von Karl-Heinz Stockhausen ist wahrscheinlich unverkennbar, aber auch die Band Bohren zählt zu meinen absoluten Favoriten. Die Mühelosigkeit fehlt mir in beinahe allen Klavierstilen aller Epochen, die ich bislang kenne: es dominiert stets das bemühte Sehrrichtigmachen und Nochbesserwerden. Der Hang zur perfekten Darbietung einer Melodie, eines Lebensgefühls oder einer Botschaft und die zwanghafte Nachahmung sogenannter Genies verhindert, dem ichlosen Lauf der Finger über die Tasten zu folgen.

 

NONDUALES KLAVIER SPIELT SELBST / THE NONDUAL PIANO PLAYING ITSELF

Musik (sogar Freejazz und experimentelle Musik) transportiert traditionell meistens Gefühle und psychische Projektionen. Im Gegensatz zu dieser Intention hat mein DESINTERESSIERTES KLAVIER einen anderen philosophischen Hintergrund: ich bin ein Fan der transspirituellen Idee von Nullyoga, das alles nicht als Illusion (durch den Glauben an eine Transzendenz) empfindet, sondern als das absolute Sein selbst, das nichts jenseits seiner selbst repräsentiert oder symbolisiert - ähnlich wie die Konkrete Poesie und der Suprematismus von Malewitsch! Darum benötige ich keine Melodien oder Harmonien, sondern stattdessen das Fließenlassen von dem, was von selbst geschieht, wenn die Hände das Klavier berühren...

Traditionally music (even freejazz and experimental music) mostly transports emotions and psychic projections. In opposite to that intention my DESINTERESTED PIANO has a different philosophical background: i am a fan of the transspiritual idea of nullyoga that recognizes everything not as an illusion (by believing in a transcendence) but being just absolutely itself, not representing or symbolizing anything beyond itself - similar to concrete poetry and the suprematism of Malewitsch! That's why i don't need melodies or harmonies but instead letting flow what happens by itself when the hands touch the piano...

 




Über das Klavierstück "HALBES DESINTERESSE: Zwischen Romantik und Radikalität (für Barbara)"

Halbes Interesse, halbes Desinteresse, wie kann sich das anhören? Bevor ich meine Klavierreform des desinteressierten Tastenhauens erfand, spielte ich oft stundenlange meditativ-ritualisierte Herzschmerz-melodien nach den bekannten simplen Mustern der variierten Dreiklänge (linke Hand langsame taktgebende Bassläufe, rechte Hand freies Variieren der links vorgegebenen Tonart) - stilistisch ein dramatisch schmachtender Mix aus Beethovens "Mondscheinsonate" (die ich damals auswendig gelernt hatte) und "Koyaanisqatsi" von Philip Glass (der dem apokalyptisch-paranoiden Lebensgefühl der Spätpubertät entsprach). Mein altes Klavier verbietet diesen nostalgischen reinen Wohlklang zum Glück heutzutage, da es seit vielen Jahren VERSTIMMT ist, so daß ich in diesem langen Stück mühelos zwischen Romantik und Radikalität hinundher pendel, indem ich bei ersten Ansätzen "schöner" gefälliger Tonabfolgen automatisch wieder in die brutale Sabotage der allzu bemühten Melodie zurückfalle. Meiner Freundin habe ich allerdings versprochen, bei Gelegenheit doch wieder richtig schöne Stücke zu spielen, um ihr Herz zu erfreuen, aber das wird eine reine Privatsache sein, um ihr eine Freude zu bereiten. Psychophilosophisch-konzeptuell entspricht das totale Desinteresse der Quantenlyrik, die ich 2001 erfand. Es wäre daher durchaus möglich, Quantengedichte zum desinteressierten Klavier zu rezitieren. Vielleicht versuche ich das eines Tages mal...