Die skandalöse Fortsetzung der Trilogie finden Sie im CORONASKANDAL

 

SLAMPOESIE.de - die Vorgeschichte des Covidgesetz-Skandals

Für einen fiktiven "systemrelevanten" Poetry Slam über den Status Quo Vadis

REALITY-SOAP: MEDITATIONSTRILOGIE DER NAHTLOSEN LÜCKE

(UNGEWOLLTER SLAPSTICK - SATIRE, ABER KEINE COMEDY!)

 

Das Paradoxon aus "richtigem Amt & falschem Status": Um Einstiegsgeld bewilligt zu bekommen, muss man den Status ARBEITSUCHEND haben, nicht aber einen Job bereits begonnen haben. Als ich noch ALG1 von der Agentur für Arbeit bezog, war ich zwar arbeitsuchend, aber als ich einen Job fand, übergab die Agentur meinen Fall an das Jobcenter mit Inkrafttreten des Wechsels am ersten Tag meiner Arbeitsaufnahme. Durch den Ämterwechsel war ich einerseits bei der richtigen Stelle für Einstiegsgeld gelandet, aber AUFGRUND des Statuswechsels, der zur ABLEHNUNG des Antrags führen sollte. Aus der Finanzierungslücke wurde eine HEIM-Tücke. Arbeitslosigkeit entpuppt sich als Zweiklassengesellschaft, weil der Staat davon ausgeht, daß derjenige, der ALG1 bezieht, kein Einstiegsgeld bei Jobaufnahme benötigt, obwohl die sozialen Berufe so dermaßen unterbezahlt "systemrelevant" sind, daß das prekäre ALG1 gar nicht zum Überleben genügt.

(Meine Bewerbungsseite für Jobs @ www.betreuungsalltag.de)


Tom de Toys, 2./3.7.2020 © POEMiE™

Teil 1:

DAS KOAN AUS GESETZ & TARIF

(1.RUNDE: ZEN-ZYNISMUS FÜR BEAMTE)

 

In diesem Lande geht doch alles nach Gesetz und Tarif, Frau Bundeskanzlerin (Merkel), Herr Gesundheitsminister (Spahn), Herr Arbeitsminister (Heil), verehrte Zuhörer und Kollegen aus der Betreuung und Pflege. Jaja, nach Gesetz und Tarif, das ist den Politikern wichtig, um zu gewährleisten, daß unsere Steuern im Sinne eines Sozialstaates so 100% gerecht verteilt werden, daß ALLE MENSCHEN "systemrelevant" über die Runden kommen - und keine Firma ihre Mitarbeiter respektlos ausbeuten kann. Das klingt doch zunäxtmal vernünftig und durchaus plausibel? Oder nicht? Kennen Sie eigentlich die paradoxen Koans der Zenmeister, in denen ein Widerspruch nicht rational auflösbar scheint? Unser System ist ein solches gigantisches Koan! Ja, auch unser Gesellschaftssystem ist ein grandioses, wahrhaftiges Koan, dessen Auflösung der alten Erleuchtung gleicht, die in früheren Zeiten von Zenmönchen gesucht wurde! Sie glauben das nicht? Wirklich nicht? Ich will Ihnen ein wunderbares Fallbeispiel liefern, um diese Paradoxie zu veranschaulichen:

 

Wenn einer wie ich nach exakt 1 Jahr als Betreuungskraft in einem Seniorenheim wieder arbeitslos wird, steht ihm vonseiten der sogenannten ARBEITSAGENTUR ein halbes Jahr lang 60% des bisherigen Gehalts als ALG1 zu, in Kombination mit ergänzendem ALG2 vom sogenannten JOBCENTER (im Sinne der Grundsicherung, auch als Hartz4 bekannt, obwohl das seit der Coronakrise angeblich nicht mehr dasselbe sei), damit alles, was zum Überleben notwendig ist, weiterhin knapp an der Armutsgrenze bezahlt werden kann, wie z.B. die Miete, der Strom und die Krankenversicherung. Nein, nicht die Kunst und Kultur, dafür hat doch ein Arbeitsloser sowieso keine Zeit, weil er tagtäglich mit seiner ARBEITSSUCHE voll ausgelastet ist: all die unglaublichen Stellenangebote, die ihm das Amt automatisch schickt, müssen beantwortet werden. Bewerbungen müssen geliefert werden und Ablehnungen von Angeboten begründet sein. Der Begriff des "Betreuers" ist nicht geschützt, daher weit dehnbar: man lernt anhand der Jobangebote ein breites Spektrum an Möglichkeiten kennen, die mit der eigentlichen Ausbildung rein gar nichts zu tun haben. Außerdem finden sich in der Tätigkeitsbeschreibung für Betreuungskräfte wie mich immer noch Hauswirtschaft und Basispflege, obwohl der Gesetzgeber das per Gesetz unterbindet. Oder man erfährt erst beim Einstellungsgespräch, daß das Haus von Privatinvestoren gekapert wurde und darum Betreuer im Servicebereich eingesetzt werden, aber wegen dem MDK und der Heimaufsicht (den Prüfungskommissionen) falsch dokumentieren sollen. Dokumentation ist nämlich im Heimalltag alles! Die zeitaufwendige Dokumentation kann sogar wichtiger werden als die Bewohner selbst, um die man sich eigentlich kümmern soll. Aber das nur am Rande. Ein Drittel der Pflegeausbildung war übrigens früher der psychosozialen Betreuung gewidmet, erzählte mir einmal eine Pflegerin, die jetzt keine Zeit mehr für diesen Anteil ihres Berufes hat, weil der Personalschlüssel so katastrophal schlecht ist und eine Pflegerin froh ist, wenn sie alle Bewohner in ihrer Schicht mit Medikamenten und den Hygieneritualen versorgt bekommt. Zum Ausgleich dieser Bedarfslücke wurde der neue Beruf des Betreuers erfunden anstatt den Personalschlüssel nachzubessern. Aber das ist ein anderes Thema. Das Koan, auf das ich hinaus will, entsteht erst, wenn jemand tatsächlich einen geeigneten Job findet und gegen Mitte des Monats seinen Dienstvertrag unterschreibt. Denn erst jetzt wird es so richtig gruselig spannend, was die Bürokratie betrifft! Ich melde den Ämtern die erfolgreiche frohe Botschaft, daß mich ein Arbeitgeber zum Ersten des kommenden Monats einstellt und frage ganz höflich, von welchem Amt ich für diesen Anfangsmonat im Job TROTZDEM noch Arbeitslosengeld erhalte, da das Gehalt erst am Ende des Monats überwiesen wird und dann für den darauf folgenden Monat gebraucht wird. Das ist das große deutsche Koan, das es zu knacken gilt! Die Arbeitsagentur überweist mir am Ende diesen Monats zum letzten Mal ihren Anteil, der gerademal für die Miete im ersten berufstätigen Monat reicht, und sollte eigentlich einen sogenannten AUFHEBUNGSBESCHEID an ihre Kollegen im Jobcenter schicken.

 

Das Jobcenter wiederum wartet vergeblich auf diesen Aufhebungsbescheid, ohne den sie das ALG2 sowieso nicht aufstocken können, und will außerdem meinen Dienstvertrag sowie die Lohnabrechnung mit Kontoauszug der Überweisung bis zum 10. des Monats sehen, obwohl ich in meiner Anfrage erläutert hatte, daß ich eine FINANZIERUNGSLÜCKE bis zum ersten Gehalt haben werde, weil dieses nicht vor Ende (!) des Monats kommt. Mittlerweile ist wieder eine Woche verstrichen, weil jeder Beamte im Jobcenter angeblich zweihundert Kunden betreut (Stichwort Personalschlüssel?) und darum meine Email nicht schnell mal nebenbei mit einer hilfreichen Ansage beantwortet, sondern einen formal korrekten Brief mit der Echtpost versendet. Allerdings macht mich keines der Ämter darauf aufmerksam, daß ich sogenanntes ÜBERBRÜCKUNGSGELD (oder auch Einstiegsgeld) beantragen darf, weil das zwar gewährt werden kann, aber keine gesetzliche Verpflichtung besteht, also auch abgelehnt werden kann. Das erfahre ich auf diversen Portalen im Internet, denen das Paradoxon bekannt ist, und stelle nun dementsprechend einen informellen Antrag bei meiner Arbeitsvermittlerin in der Arbeitsagentur, den diese an eine Sachbearbeiterin in der Leistungsabteilung weiterleitet, da sie selber nicht dafür zuständig ist. Aber natürlich mit ihrem wohlwollenden Hinweis auf Dringlichkeit; denn inzwischen ist es mein erster Arbeitstag und das Konto auf Null. Wenn ich bedenke, daß ich vor zwei Wochen bereits beide Ämter um Hilfe und Rat fragte und niemand mir gegenüber das Einstiegsgeld als Option erwähnte, werde ich traurig und fühle mich vom Sozialstaat im Stich gelassen, dessen Beamte anscheinend nur das tun, was vom Gesetz her am Allernötigsten scheint, anstatt dieses bekannte Paradoxon der Finanzierungslücke generell einmal für alle gesetzlich zu lösen. Das Paragraphen-Problem ist das folgende: ab dem ersten Tag meiner Berufstätigkeit gelte ich nicht mehr als arbeitslos, weshalb mir weder das eine noch das andere Amt weiter Geld geben kann, OBWOHL ich den ersten Lohn nicht vor Ende des ersten Arbeitsmonats erhalte und darum im ersten berufstätigen Monat für diesen selbigen über kein Geld verfüge. Das IST wahrlich ein Paradoxon, das auch nicht vonseiten des Arbeitgebers gelöst werden kann, da dieser aufgrund eines anderen Gesetzes verpflichtet ist, den Lohn nicht erst zu Beginn des darauffolgenden Monats zu überweisen. Könnte er dies, hätte meine mittlerweile verständnisvolle Sachbearbeiterin im Jobcenter die logische Befugnis, mir diesmal den vollen Hartz4 Satz zu überweisen - vorausgesetzt, daß der Aufhebungsbescheid von der Arbeitsagentur endlich eintreffen würde. Im allerschlimmsten Fall kann sie mir ein wenn auch zinsloses, aber dennoch in 10% Raten zurück zu zahlendes DARLEHEN gewähren. Inzwischen ist es der zweite Arbeitstag und das Konto noch immer auf Null. In der Dienststelle konnte ich auf Kredit Mittagessen und hatte zuhause noch Salzstangen und Tütensuppe gegen den Hunger am Abend. Vielleicht kriege ich durch diese Finanzkrise meinen Bauch endlich weg, was ein wirklich der Situation angemessenes Ziel wäre. Ich fasse zusammen: Ich nehme also einen skandalös unterbezahlten, aber systemrelevanten Job an, der seine hochoffiziöse Wertschätzung (bitte kollektiven Balkonapplaus für alle Betreuer der Welt!) nach tariflich vereinbartem Mindestlohn erfährt. Von diesen paar Kröten zahle ich die kommenden zehn Monate lang 10% des Darlehens ans Jobcenter zurück, weil der Lohn immer am Ende des laufenden Monats überwiesen werden muss und ich daher vom ersten Tag an nicht mehr den Status des Arbeitslosen erfülle. Zum Glück kann ich noch rückwirkend das sogenannte WOHNGELD beim Wohnungsamt beantragen, das allerdings bis zu 6 Wochen Bearbeitungszeit braucht und mir insofern nicht hier und heute aus der akuten Finanzmisere hilft. Das Paradoxon der Finanzierungslücke in ein spirituelles Koan umformuliert, könnte so lauten:

 

"Du kennst das Geräusch von herunter fallenden Münzen.

Wie klingt das Geld auf Deinem Konto, das noch nicht da ist?"

(In Anlehnung an das Koan der klatschenden Hände)

 

Vielleicht habe ich bei meiner Bank etwas mehr Glück und die darf mir einen DISPOKREDIT einrichten, da ich mit meinem Vertrag in der Tasche beweisen kann, daß von nun an regelmäßiges Einkommen aufs Konto fließt. Aber bis jetzt wurde ich in meiner Bankfiliale noch nie wie ein König behandelt, im Gegenteil: als die Überweisung vom "Ministerium für Familie, Jugend, Sport und Kinder" für das LYRIKFESTIVAL.de damals zu spät für die Frühbucherrabatte der bereits unterzeichneten Verträge eintraf, räumte mir die verunsicherte Schalterdame noch nicht einmal einen kurzfristigen temporären Dispo ein, sondern starrte mich an, als sei ich ein etwas verrückter Trickbetrüger und Märchenerzähler: ein Hartz4-Künstler aus Eller erhält direkt vom Ministerium Geld für ein Projekt? DAS kann nicht zusammenpassen!

 

In unserer biederen, kleinkarierten, gesetzestreuen Gesellschaft hat derjenige die besten Karten, dessen Geld sich automatisch in noch mehr Geld verwandelt. Dort oben tragen die Herrschaften Krawatte zu maßgeschneiderten Anzügen und verabschieden nebenbei die sozialen Gesetze und Lohntarife. Am untersten Ende der Kette befinden sich diejenigen, die das System der Krawattenträger ermöglichen: von der Müllabfuhr über die Ärzte und Pfleger, Pädagogen, Erzieher und Lehrer bis zum Kassierer im Supermarkt und den Lieferanten der Nahrungsmittel, die nachts mit den LKW's über die Autobahn brettern - sie alle und viele weitere systemrelevante Berufe werden von denjenigen ausgebeutet und kontrolliert, die das System zu ihren eigenen Gunsten erfinden. Das ist überhaupt keine sensationelle Neuigkeit, es ist der Standard unserer asozialen Demokratie, die in solchen Punkten einer Diktatur ähnelt, mit dem beinahe unsichtbaren feinen Unterschied, daß es in Demokratien nicht nur 1 einzigen Diktator gibt sondern eine gesamte Gesellschafts-schicht, die sich zwar diamantene Armbanduhren für 300000€ am Köbogen leisten kann, aber vergessen hat, daß das tiefere, seelische MENSCHSEIN aus anderen Qualitäten besteht als dem Zocken an der Börse (mit dem Geld der Ausgebeuteten) und den Superboni von Konkursfirmen (die ihre Arbeiter ohne Abfindung entlassen), während der Nachbar verreckt. Ich kann mir in meiner Situation nichtmal ein neues Handy leisten, um die Corona-App zu installieren, aber warte vergeblich auf eine EDV-Antwort meines Twitter-Kommentars (beim Robert-Koch-Institut und dem Gesundheitsministerium), welches Amt mir ein Zweithandy aushändigt, weil meine Speicherkapazität trotz Deinstallation aller überflüssigen Applikationen nicht ausreicht. Anscheinend ist die Corona-App für die neuesten Smartphones geeignet, aber nicht unbedingt für ein geriatrisches Samsung. Aber das ist eine andere Baustelle. Die Weltrevolution von ganz unten hat längst schon begonnen, während die Millionäre auf ihren fragilen Holodecks vor lauter Ignoranz noch nicht ahnen, daß ihr Reichtum sie nicht mehr vor der brutalen Realität retten kann, die aus Paradoxien entsteht, deren Auflösung einer ERLEUCHTUNG gleicht. Wenn alles gut geht, mutiere ich also bald selber zum Zenmeister; denn ich habe die bürokratische Logik des Rätsels SCHON JETZT rein theoretisch durchschaut - und ich liebe DAS JETZT über alles; denn mehr "habe ich" nicht. Sagt wer?

 

Tom de Toys, 24.7.2020 © POEMiE™

Teil 2:

DAS KOAN AUS AMT & STATUS

(2.RUNDE: SCHATTENBOXEN/SCHEINGEFECHTE)

 

Inzwischen hat sich das angerostete Karussell [Regieanweisung: bitte im expressiven Kinski-Tonfall! Danke - RUHE BITTE, uuuuuund... Kamera läuft!] in der singulären Mitte eines schwarzen Lochs einige Male mit ohrenbetäubend quietschenden Ketten um sich selber gedreht und dabei unzählige Male zu schnell (mit 78 rpm statt 33 Umdrehungen pro Minute) das "Lied vom Tod" über einen altmodischen Schallplattenspieler gespielt, wobei die zu tief kratzende Rohblutdiamantnadel nach Zufallsprinzip hin und wieder den Sprung über eine brüchige Stelle der Rille trotzdem nicht sofort schaffte und dadurch die zu früh vergreisten psychotischen Kinder (alle im Trauma der paranoiden Arbeitsuche hängen geblieben) mit der tinnitösen Endlosschleife eines Hundepfeiftons hypnotisierte: ihr unschuldig ausgelassenes Verzückungslachen verzerrte sich zu schockschmerzgefrorenen Joker-Grimassen, ihre Finger krallen sich blutig tief in die rostigen Fuhrwägen, ihre aufgedunsenen Speckkörper ruckeln und zucken und hüpfen im Gleichtakt der laut polternden Vollgummireifen der zu eng gebauten Kabinen der gesellschaftsspiegelnden Miniaturverkehrswelt aus Polizeiwagen, Pferdekutsche, Feuerwehrleiterwagen, Omnibus und Fantasietieren - ein Alptraum aus zeittotschlagender Beschäftigungstherapie für die Ausgestoßenen der Zivilgesellschaft, während der Kirmesbesitzer auf seiner samtschwarzglänzenden Luxusyacht über den windstillen yveskleinblauen Ozean gleitet, wo die literarisch verewigten Möwen (kein echter Lyriker ohne Möwengedicht!) durch die perfekten taoistischen Ringe seiner Zigarre fliegen... SCHNITT! /


So ähnlich klangen meine Texte fast immer, als ich noch "freier Poet" ohne soziale Verantwortung war: hegelverdächtige Endloskettensätze mit kybernetisch verschwurbelten Details, in denen sich immer weitere Mikroinformationswirbel durch Heranzoomen immanenter Gedankenstrudel offenbaren. Aber zum Glück ist mein megaerleuchtetes ICH jetzt so weit schon austherapiert, daß ich den ganzen surrealen Quatsch der Realität in einen simplen Sachbericht umformulieren kann, was ich dann auch mal gleich für Sie hier vorort versuchen will, damit das Spektakel nicht noch weiter ausartet.


ALSO... zunächst die erfreuliche Nachricht: der Aufhebungsbescheid der Agentur für Arbeit lag dann tatsächlich mit reichlich Verspätung im Briefkasten (der erste Arbeitsmonat hatte bereits begonnen!), so daß mein Antrag auf Hartz4 nachträglich im Eilverfahren "geprüft" werden konnte, auch wenn die nötigen Voraussetzungen noch nicht zu 100% wasserdicht waren. Aber im ersten Teil meiner Klageschrift gibt es ein paar kleine Fehlerchen, die ich leider erst im Verlauf der Ereignisse selber entwirren konnte. Das sogenannte "Überbrückungsgeld" ist IDENTISCH mit dem "Darlehen" des Jobcenters, soll heißen: hier wird nichts überbrückt, sondern nur aufgeschoben, um später in Raten zurückgebrückt zu werden. Das ist dann das Gegenteil von den Sodabrücken, die man auf Feldern herumstehen sieht: sie stehen nur "so da" herum, bis die geplanten Straßen dazu gebaut werden (eine geht drüber, eine unten durch), falls sie denn irgendwann tatsächlich gebaut werden. Ansonsten bleiben sie eben Sodabrücken, das ist dann so ähnlich wie bei Christos Landschaftskunst: einfach nur schön! Aber Probleme mit Geld sind alles andere als SCHÖN, wie wir wissen. ALSO: der zweite Fehler im ersten Teil besteht darin, daß es gar kein Gesetz gibt, das den Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Lohn schon am Ende desselben Monats zu überweisen. Das sind lediglich firmeninterne Regelungen, die natürlich zugunsten des Arbeitnehmers gedacht sind, aber in meinem Fall zu der Finanzierungslücke führten. Nun gut, diese Lücke ist ja zum Glück ohne Überbrückungsgeld doch noch gestopft worden, wobei ich noch abwarten muss, ob mein Arbeitgeber den Lohn wirklich zurückhält, nachdem ich ihm meldete, daß meine Kontodaten nicht brauchbar sind, und ich noch neue Bankverbindungen durchgeben werde (natürlich erst am Ersten des Folgemonats!). Hatte ich das überhaupt schon erwähnt? Was für ein blöder, bescheuerter Trick! Sollte ich trotzdem den Lohn zu früh erhalten, war das gesamte Konstrukt umsonst und ich stehe vor demselben Scherbenhaufen wie anfangs und muss dann das ALG2 in Raten zurückzahlen, sprich: das verspätet genehmigte Hartz4-Geld wird dann im Nachhinein alchemistisch transformiert und nennt sich dann...? Richtig!: "ÜBERBRÜCKUNGSGELD". So werden Beamte zu postmodernen Schamanen! Wo wir dann gleich bei Fehler 3 wären: das Überbrückungsgeld ist eben auch nicht dasselbe wie EINSTIEGSGELD. Auf den Portalen, den Blogs und Chats im Internet zu dem Thema, purzeln diese Begriffe auch schonmal durcheinander. Das Einstiegsgeld ist eine vertrackte Angelegenheit, zu der ich ein erstklassiges Montypython-Update liefern kann. Sitzen Sie gut? Stehen Sie sicher? Ok, halten Sie sich jetzt guuuuut fest - und versuchen Sie bitte, ERNST zu bleiben und mich nicht aus der Fassung zu bringen! Tief durchatmen...:


Wir besprachen im ersten Teil das sogenannte Paragraphen-Paradoxon der Finanzierungslücke. Zur Erinnerung nochmal auf den Punkt gebracht sieht das so aus (ich zitiere mich sinngemäß selbst): Ab dem 1.Tag der Berufstätigkeit gilt man nicht mehr als ARBEITSLOS, weshalb weder die "Agentur für Arbeit" noch das "Jobcenter" Geld geben, OBWOHL der 1.Lohn zu spät im laufenden Monat kommt, um davon JETZT SCHON zu leben. Zum Glück konnte ich dieses Koan noch rechtzeitig knacken, indem ich -wie gesagt- meinem Arbeitgeber mitteilte, daß ich eine andere Kontoverbindung einrichten müsse und er darum die Überweisung zurückhalten möge. Dadurch gelte ich TROTZ Arbeitsaufnahme als mittellos und erhalte den vollen ALG2-Satz für diesen noch laufenden ersten Monat der Arbeitsaufnahme für meinen existenziellen "Lebensunterhalt". Das ist das Eine. Jetzt kommt's: das ZWEITE Paradoxon betrifft das EINSTIEGSGELD! Das Einstiegsgeld wird nämlich nur vom Jobcenter vergeben, die Kollegen von der Agentur für Arbeit haben damit angeblich rein gar nichts zu tun. Daher informierte mich meine dortige mittlerweile Ex-Fallmanagerin, daß sie meinen Antrag an die zuständige neue Sachbearbeiterin in der Leistungsabteilung des Jobcenters weitergeleitet hat. Ich erwähnte das schon im ersten Teil, aber ohne zu ahnen, daß ich ein weiteres Koan knacken muss, um zum echten, "vollständig" erleuchteten Zenmeister aufzusteigen: Um überhaupt Einstiegsgeld (immerhin bis zu 300 Euro sechs Monate lang) bewilligt zu bekommen, muss man den Status "ARBEITSUCHEND" haben, nicht aber wie ich einen Job bereits begonnen haben. Was ist das Paradoxe daran? Ganz einfach: Als ich noch ALG1 von der Agentur für Arbeit bezog, war ich zwar arbeitsuchend, aber als ich einen Job fand, übergab die Agentur meinen Fall an das Jobcenter mit Inkrafttreten des Wechsels am ersten Tag meiner Arbeitsaufnahme. Durch den Ämterwechsel war ich also einerseits bei der richtigen Stelle für Einstiegsgeld gelandet, aber leider AUFGRUND des Statuswechsels, der zur ABLEHNUNG des Antrags führen sollte. Aus der Finanzierungslücke wurde sozusagen eine HEIM-Tücke.


Sollte ich die 6-monatige Probezeit im Heim nicht überstehen, sondern meinen Job unerwarteterweise verlieren, würde ich zwar den Status "arbeitsuchend" zurückerlangen, aber es müßte geprüft werden, welches Amt für mich zuständig wäre. Da dank der Coronakrise das ALG1 um 3 Monate verlängert wurde, hätte ich quasi noch eine "Gutschrift" für drei Monate ALG1-Bezug, so daß ich erst drei Monate später zu 100% vom Jobcenter übernommen würde. Auf diese Weise schafft die Gesetzgebung bei mir keinen Anreiz mehr, schnellstmöglich Arbeit zu finden, sondern im Gegenteil: mindestens 3 Monate lang dafür zu sorgen, daß mich kein Arbeitgeber einstellen will, damit ich dann MIT dem Status "arbeitsuchend" BEIM Jobcenter lande und DOCH NOCH das Einstiegsgeld erhalten darf, wenn ich wieder von vorne anfange. Diese Geldsumme zum "Einsteigen" in die Berufswelt ist übrigens laut meiner dortigen neuen Fallmangerin als eine Art Mehraufwandsentschädigung gedacht, da der Gesetzgeber davon ausgeht, daß man bei Arbeitsaufnahme einige Sonderausgaben hat, um den Job zu bewältigen, wie z.B. für BERUFSKLEIDUNG und deren Reinigung. Und tatsächlich: ich habe bereits für über 50 Euro weitere bunte Tshirts gekauft, da mein Antrag auf Einstiegsgeld von meiner Fallmanagerin provisorisch abgesegnet war, ohne das Paradoxon aus "richtigem Amt & falschem Status" selber zu kennen. Dementsprechend peinlich war daher ihr Anruf mit der Ankündigung der schriftlichen Ablehnung. Sie hätte es mir ja selber so sehr gewünscht, das Geld zu bekommen, da ich doch ein so fröhlicher, motivierter Mensch sei, dessen permanente gute Laune bestimmt ansteckend wirkt. BESTIMMT. Arbeitslosigkeit entpuppt sich soeben als Zweiklassengesellschaft, weil der Staat davon ausgeht, daß derjenige, der ALG1 bezieht, kein Einstiegsgeld bei Jobaufnahme benötigt, obwohl die sozialen Berufe so dermaßen unterbezahlt "systemrelevant" sind, daß das prekäre ALG1 gar nicht zum Überleben genügt. Denn nicht jeder Arbeitslose hat so viel verdient, daß er sogar mit 60% im Luxus schwelgen kann! Ja, meine verehrten Zuhörer, es gibt einige Arbeitslose, denen sehr viel Steuergelder zur Verfügung gestellt werden, um ihre Arbeitslosigkeit in Saus und Braus zu überbrücken, während systemrelevante Romantiker bei Jobverlust auch noch dafür bestraft werden, wenn sie einen neuen Job finden! Na, herzlichen Glückwunsch für diese Gerechtigkeit...


Wenn ich bedenke, daß ich den Ehrgeiz hatte, einen neuen Job VOR Ablauf der 6 Monate ALG1 zu finden, um NICHT WIEDER auf Hartz4-Niveau abzurutschen, und darum bei mehreren Pflegeheimen hospitierte (wo Betreuungskräfte für Hauswirtschaft mißbraucht und zum Falschdokumentieren genötigt werden!) und darüber hinaus jede Gelegenheit wahrnahm, um mich auch bei solchen Firmen zu bewerben, wo irgendeine meiner KREATIVEN Kompetenzen als "Bewerbervorteil" gelten könnte, wie z.B. als Online-Redakteur für Parfum (meine Referenz: vor vielen Jahren schrieb ich die "produktlyrischen" Werbetexte für die Ringe im Messekatalog einer berühmten israelischen Goldschmiedin) oder für den Digitalpakt Bildung (meine Referenz: das PDF "LERN:LYRIK" für die learn:line des Schulministeriums) oder als Eventmanager (meine Referenz: die komplette Umsetzung des gesamten Offlyrikfestivals von der Vision bis hin zur Moderation und der multimedialen Nachhaltigkeit des Events)... ja, wenn ich bedenke, daß ich tatsächlich ein dauergutgelaunter Mensch bin, der sogar all diese finanziellen Probleme mit der neutralen Neugier eines "disidentifizierten" Forschergeistes angeht, weil ich im Grunde meines Herzens dafür dankbar und froh bin, daß ich überhaupt lebe und diese Chance bedingungslos nutzen will, als bewusste Verkörperung des Universums ein Teil dieses sagenhaften Wunders "SEIN" zu sein (ich könnte jetzt meinen Lieblingsautor Alan Watts als seriösen Background meiner geistigen Haltung zitieren), das sich dank der evolutionären Zaubermaschine "Gehirn" selber bewusst erkennen kann - aber jetzt drifte ich in einen völlig anderen Bereich ab, den heutzutage fast keiner mehr interessiert: die vergessene, tabuisierte Spiritualität unserer Gesellschaft, die nur noch aus biederen Friedhofsritualen oder esoterischen Weltfriedensgebeten besteht, aber noch immer nicht losgelöst von den pädophilen Hexenverbrennern als EINSWERDUNG MIT DER LEEREN UNENDLICHKEIT DES SEINS ausgelebt werden darf, was ich aber trotzdem tue, da diese Lebensphilosophie (Stichwort "Nullyoga") keine Projektionsfläche benötigt, kein Feindbild aufbaut, kein Gegenteil empfindet und keine speziellen Rituale vollzieht. Es ist schlichtweg das ideologiefreie Dahinplätschern im Strom der Gegenwart, das sich da durch das individuelle Bewusstsein zelebriert. Aber was rede ich da für ein abgehobenes Zeug! Scheint so, als wollte ich nun durch das erfolgreiche Knacken beider Koans am Ende tatsächlich den Zenmeister abgeben??? Mal abwarten, wie sich das Karussell der Bürokratie weiterdreht; denn das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und die Zenpeitsche klatscht ohne Echo ins Leere. Vielen Dank für das geduldige Zuhören!

 

Tom de Toys, 4.+5.8.2020 © POEMiE™

Teil 3:

DAS KOAN AUS VERKÜNDIGUNG & KÜNDIGUNG

(FINALE: DIE SPERRZEIT ALS SPIRITUELLE FREIZEIT)

 

Also gut... Ihr wollt also wirklich die ganze Wahrheit hören? Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit? OK, dann lasse ich jetzt erstmal gleich die Katze aus dem Sack: ICH MUSSTE URPLÖTZLICH KÜNDIGEN! Nach 3 Wochen Probezeit war noch nichts von dem 5-seitigen Plan zur "Einarbeitung" erledigt, kein einziger Punkt, ganz im Gegenteil: es gab wegen dem komplizierten Schichtsystem keine Kollegin, die mich konsequent einarbeiten konnte; stattdessen meinten manche, sie müssten mir meinen eigenen Beruf erklären, weil sie schon so lange dabei sind, daß sie es viel besser wissen als jemand, der sich erst einmal im Team beweisen soll. Dieselben arroganten Besserwisser kommen jeden Tag in Schwarz zur Arbeit, sehen aus, als kleideten sie sich extra elegant für eine Beerdigung. Ihr wißt es, oder? Das oberste NoGo der Betreuung ist die schwarze Kleidung: Schwarz ist Tabu, wir tragen bunt! Dafür benötigt es im Grunde keine explizite Ausbildung, nur etwas psychologischen Sachverstand, den jeder haben kann: unser Klientel durchläuft die letzte Lebensphase und die meisten davon wissen, daß sie sich unaufhaltsam dem Tode nähern. Als Betreuer unterstütze ich die Senioren darin, ihre letzten Tage nicht unnötig depressiv zu verbringen, ich versüße ihnen ihre Zeit mit meiner "validierenden" Aufmerksamkeit. Die bunten kräftigen Farben meiner Tshirts wirken positiv auf das Gemüt und können sogar für spontanen Gesprächsstoff sorgen. Man muss Senioren nicht betüddeln und mit Aktivierungsangeboten überhäufen, so als wäre Stille, Schweigen und geduldiges Abwarten etwas Schlimmes, das vermieden werden muss – im Gegenteil: wer sich dazu setzt und ganz natürlich in den Klatsch+Tratsch der Runde einklinkt, kann sehr schnell viele biografische Anekdoten erfahren, um sich ein besseres Bild vom tieferen Zustand der Bewohner quasi nebenbei zu machen. Ich bemühe mich, so gut es geht, als KEIN Betreuer aufzutreten, eher wie ein Besucher, Kumpel, Freund oder Enkel; denn das schafft tatsächlich Vertrauen und Offenheit, über die Dinge zu reden, die in der Seele rumoren und auf einen wissbegierigen Gesprächspartner warten. Aber ich will niemanden hier mit dem Arbeitsalltag im Seniorenheim langweilen. Außerdem sind ganz bestimmt auch andere "systemrelevante" Kollegen im Saal, die gerade von der Schicht kommen und sich etwas anderes als ihren eigenen Pflegestress anhören wollen.


Aber: ich muss trotzdem noch auf das zweite NoGo der Betreuung zu sprechen kommen, denn ansonsten versteht Ihr nur schwer, warum ich so unerwartet schnell bei einem anerkannten Träger wieder kündigen musste. Früher regelten die Paragraphen 43b bzw. 87b des SGB XI den Anspruch von Menschen mit Pflegegrad auf "zusätzliche" Betreuung und die dazugehörigen Richtlinien. Seit Anfang 2017 sind diese dank Neuregelungen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes im Paragraph 53c des SGB XI verankert, der für die Arbeitsmoral eines Betreuers entscheidende Aussagen beinhaltet, die sich ein jeder Betreuer ins Hirn tätowieren sollte: wir dürfen weder regelmäßig noch planmäßig für hauswirtschaftliche oder körperbezogene pflegerische Tätigkeiten eingesetzt werden! Wir sind die psychosoziale Ergänzung der Pfleger, die keine Zeit mehr für diesen Aspekt ihrer Ausbildung haben! Betreuer wurden als Folge des Fachkräftemangels erfunden. Betreuer sind kein ausgebildetes Pflegepersonal und keine sogenannte Servicekraft, keine Putzhilfe und keine Küchenkraft, keine Haustechniker und keine Laufburschen, best boys oder Mädchen für alles. Betreuer BETREUEN und das lernen sie. Manche natürlich auch nicht. Und dann kam Corona.


Das Covid19-Krankenhausentlastungsgesetz erlaubt es den Pflegeheimen bis Ende September, auch ihre angestellten Betreuer während des Pandemie-Lockdowns in anderen Versorgungsbereichen flexibel einzusetzen, FALLS die "wesentliche Beeinträchtigung der Leistungserbringung" bei den Pflegekassen GEMELDET und die Anwendung des Covidgesetzes von den Aufsichtsbehörden MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) & WTG (Behörde des Wohn- und Teilhabegesetzes, ehemals Heimaufsicht) GENEHMIGT wurde. Trotzdem steht den Bewohnern gesetzlich eine gewisse Zeit an wöchentlicher EINZELBETREUUNG zu (wofür die Pflegekassen für alle Pflegegrade denselben Satz zahlen), die sie jetzt sogar noch dringender brauchen als in normalen Zeiten, wenn sie ihre Verwandten und Freunde ohne Auflagen und Masken als Besucher empfangen können und mehr Gruppenangebote für Abwechslung und Kommunikation untereinander sorgen. Das Covidgesetz einfach heimlich zu mißbrauchen, um eigenmächtig Betreuer zum pflegerischen "Anreichen" des Essens (gemeint ist hier NICHT das legitime Unterstützen/Motivieren bei der therapeutischen Mahlzeitbegleitung!) bei demenziell veränderten Menschen mit Schluckproblem einzusetzen (obwohl sogar Pfleger eine Zusatzqualifikation dafür vorweisen müssen, wie eine Kollegin mir in der Zigarettenpause verriet) oder zur übertriebenen Unterstützung der Küchenservicekräfte, und zwar mit dem Totschlagargument des Personalmangels, lässt sich nur dadurch vertuschen, indem falsch dokumentiert wird, was dann die zweite Straftat eines Betreuers darstellt. Richtiges Dokumentieren im falschen Film kann die Wut und die Ängste derjenigen alteingesessenen Kollegen nach sich ziehen, die immer schon duckmäuserisch schweigen und kuschen und andere mit in die Scheisse reinreiten wollen. Am Schockierendsten ist aber, wenn Du von Vorgesetzten und Heimleitern nur Ausreden und Drumherumgerede zu hören bekommst, so daß Du gezwungen bist, den MDK, die WTG und das Gesundheitsministerium zu kontaktieren, um dich aus erster Hand zu vergewissern, ob Du den ganzen Coronascheiss eigentlich mitspielen darfst, bis hin dazu, daß der Betreuungsschlüssel in manchen Schichten nicht 1 zu 20 (wie vorgeschrieben) ist, sondern nur 1 zu 40 oder sogar 1 zu 80, sprich: Du bist alleine den ganzen Nachmittag für alle Bewohner zuständig, die auf vielen Etagen verteilt leben, und kriegst an solchen Tagen zumindest genügend Bewegung im Gegensatz zu den Bewohnern. Das alles, was ich jetzt aufgezählt habe, KANN Dir in Deiner Arbeit überall passieren. Natürlich besonders in solchen Heimen, die von menschenverachtenden, renditegeilen Privatinvestoren gekapert wurden. Aber es gibt auch ganz andere Heime, wo alles perfekt läuft, und ich sage auch nicht, daß solche Gründe zu meiner eigenen Kündigung führten. Mein ehemaliger Arbeitgeber betreibt ein sehr schönes Haus und ich habe in dieser recht kurzen, aber intensiven Zeit dort sehr viele kostbare Erfahrungen für mich sammeln können, indem ich so selbständig wie möglich meinen Pflichten nachging, die sich aus dem beruflichen Ethos ergeben. Die CBT/Caritas zählt neben dem DRK (das ich inzwischen auch boykottiere), der AWO und der Diakonie zu den wichtigsten Netzwerken im Gesundheitssystem, wenn ich das richtig verstanden habe? Ich sage lediglich: ich hatte meine persönlichen Gründe, die Notbremse zu ziehen, diese ungewollte "bezahlte Fortbildung" abzubrechen und wieder auf Start zurück zu marschieren. Der strukturelle Stress ähnelt sich in allen Einrichtungen, solange das Gesundheitsministerium keine grundsätzlichen Änderungen anstrebt, sondern nur redet und redet und klatscht und dankt und dankt und klatscht und die Gesellschaft mit systemrelevanten Sprüchen hypnotisiert und hinhält. Ich wünsche keinem Minister, daß er uns irgendwann als ein Pflegebedürftiger ebenso ausgeliefert ist wie wir ihm – das geht nicht gut aus, meine Damen und Herren, das gibt noch Ärger! Aber bis dahin bin ich dann in solidarischer GRUNDRENTE.


Der Lohn wurde mir übrigens doch schon am Monatsletzten des Juli überwiesen, so daß das ALG2 also nachträglich in Überbrückungsgeld (wir erinnern uns: "Darlehen") umgewandelt werden muss, das ich nun in kleinen Raten abstottern darf. Danke, du wohltätige Caritas, für das Verständnis für Deine prekären Mitarbeiter! Danke auch für den systemrelevanten erbärmlichen peinlichen Mindestlohn, der in den Stellenangeboten ganz dreist als "überdurchschnittlich" (nach hauseigenem Tarif) präsentiert wird. Das Wohnungsgeld wiederum, das bereits für August genehmigt und angewiesen war, musste storniert und rückwirkend stattdessen für Juli genehmigt werden, als hätten die Beamten nichts besseres zu tun, als ständig geänderte Änderungsbescheide zu ändern. Ich kann nur noch froh sein, daß so viel Verständnis für meine Lage vorhanden ist, daß mich die Ämter am Ende nicht ganz im Stich gelassen haben. Mir stehen sogar noch sageundschreibe 68 Tage ALG1 zu, da das ja dank der Coronakrise um 3 Monate unbürokratisch verlängert wurde. Vielleicht kann mir eine Verschwörungstheorie irgendwie klar machen, warum ausgerechnet 68 Tage: die Zahl meine Geburtsjahres! Es gibt ja esoterische Zahlensymboliker, die in jede Zahl etwas Paranormalparanoides hinein interpretieren können. Wir hatten das ja in großem Stil mit der 23, aber das gilt letztlich für jede Zahl. Ob die Antwort auf den Sinn des Lebens allerdings 42 ist, kann ich nicht sagen, aber in meinem Fall 68 bestimmt! Ob die Behörden inzwischen von Aliens betrieben werden? Der MDK Nordrhein hat jedenfalls nicht auf mein Nachfragen geantwortet, als ob er dazu keine Stellung beziehen wollte. Ich hoffe mal nicht, daß auch dieses Amt bereits von den Außerirdischen unterwandert wurde oder bestimmte Heime bevorzugt, wie es Gerüchte schon länger behaupten. Das wäre wahrhaftig ein krasser Skandal im Gesundheitssystem, wenn die Behörde zur Qualitätssicherung ihre Lieblinge hätte, die von detaillierten Prüfungen einfach verschont blieben, während andere Heime akribisch für manche Mikromängel mit Aufnahmestopp bestraft würden. Bei einem Belegungsstopp bleiben die Betten der Verstorbenen leer und ein Heim streicht finanzielle Verluste für jeden Tag ein, an dem diese Zimmer nicht neu belegt werden dürfen. Das kann sogar das Aus für ein ganzes Heim bedeuten. Es gibt noch so viel zu berichten, die Liste ist lang. Aber das spare ich mir für ein anderes Mal auf, wenn ich wieder irgendwo ungewollt "investigativ" arbeite anstatt endlich an einem netten Ort ANZUKOMMEN, so richtig anzukommen, daß man bleiben will. Es ist auch gemein gegenüber Bewohnern, die sich an einen gewöhnen und die dann schon wieder auf einen verzichten müssen. Ich sag ja, die Liste ist lang, man kommt immer von Hölzchen auf Stöckchen.


Ich war heute seit 38 Jahren zum ersten Mal beim Frisör! Ratet mal, von welchem Geld ich mir das jetzt gegönnt habe? Genau: von der CORONAPRÄMIE, die unerwarteterweise auf meinem Konto verbucht war. Das war zwar zu Recht nur eine Miniprämie für eine kurze Arbeitsphase, aber die farbigen Tshirts und den systemrelevanten Frisör konnte ich damit ausgleichen. Mit 14 wurde mir Anfang der 80er ein unmöglicher Schnitt zur Konfirmation verpasst. Dann kam zum Glück die legendäre New Wave Ära, so daß ich mir seitdem die Haare selbst machte. Dank meiner Locken fielen die Unregelmäßigkeiten nie auf. Aber heute verspürte ich diesen Drang, mich ganz neu zu erfinden. Wahrscheinlich weil letzte Nacht dieser überdimensionale Vollmond einen Vorhof fast wie ein Regenbogen hatte. Wer weiß, ob sich der Mond dann am Ende als eine Raumstation von Außerirdischen entpuppt und ich mit dieser anständigen neuen Frisur in eine andere Galaxie fliegen darf. Auch die Gewerkschaft ver.di könnte bereits von einer extraterrestrischen Superintelligenz überwacht und kontrolliert werden. Aber egal, ich bin heute ein Mitglied geworden und zahle als Arbeitsloser 2€ pro Monat. Was niemand weiß und auch niemanden angeht, ist daß ich selber ein Alien bin, aber meine eigenen Leute nicht wiederfinde. Solange ich hier auf der Erde festsitze, warte ich noch auf die LOHNABRECHNUNG und die ARBEITSBESCHEINIGUNG meines ehemaligen Arbeitgebers, ohne die meine Anträge auf ALG1-Bezug (in der Agentur für Arbeit) und die Weiterbewilligung des ergänzenden ALG2 (im Jobcenter) nicht fertig bearbeitet und genehmigt werden können. Die Beamten sind aber garantiert keine Aliens. Sie drohen nicht mit totaler Auslöschung der menschlichen Rasse, sondern nur mit einer einwöchigen Sperrzeit wegen der zeitgleichen Kündigung und Arbeitslosmeldung.


Beim nächsten Jobangebot rechne ich 3 Monate von der Probezeit rückwärts, beame mich mit meiner Zeitmaschine in die Vergangenheit und beantrage ALG1 so rechtzeitig, daß ich dann später keine Begründung abliefern brauche, WARUM ich kündigen musste. Das wäre ja wirklich der Gipfel der Ungerechtigkeit, wenn ich dafür gesperrt würde, daß ich meiner weiteren Kriminalisierung entgegenwirken konnte. Coronaprämie für strafbare Tätigkeiten und Falschdokumentieren – und Arbeitslosengeldsperrung für das Kündigen, oder was? Nein, so verrückt kann das System doch nicht sein. Das System wurde von Menschen FÜR Menschen erfunden, zu ihrem Wohl, ihrem Wohlergehen, ihrer sozialen Systemrelevanz. Ich verkünde hier hochoffiziös: DAS SYSTEM IST SYSTEMRELEVANT! Wenn Sie mich jetzt von der Bühne verscheuchen, denken Sie immer daran: Das. System. Ist. Systemrelevant. Bleiben Sie sauber!

 


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Für einen fiktiven Poetry Slam: "MEDITATION DER NAHTLOSEN LÜCKE" inkl. Links zu Hilfsportalen zum Thema Überbrückungsdarlehen & Einstiegsgeld beim Jobcenter
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