Besuchen Sie auch die offizielle NRW-Homepage der Festivitäten zum 100.Geburtstag von Joseph Beuys!


# B E U Y S 2 0 2 1  &  # B E U Y S 1 0 0

JEDER MENSCH KÖNNTE EIN KÜNSTLER WERDEN, INSOFERN...

Das berühmte Kunstmissverständnis: NICHT jeder Mensch IST schon ein Künstler. Erst wenn das Kreativpotenzial im Mensch erwacht, können all seine Taten authentische Kunst der Gegenwart sein, indem er eins wird mit dem, wozu er wirklich fähig ist!

Hartmut T. Reliwette (geb. 10.4.1943)

Der Joseph-Beuys-Gedächtnisgarten

Das Forum im Labyrinth entstand 1987 in einer eintägigen Performance, während derer sieben Akteure 2600 Berberitzen in den trassierten späteren Joseph-Beuys-Gedächtnisgarten pflanzten. Diese Installation ist als begehbares Kunstwerk zu verstehen, welches den Sinn verfolgt, kreative Kräfte zu sammeln.

 

#beuys1981 - 60.Geburtstag: Hartmut T. Reliwette & Joseph Beuys am 12. Mai 1981 (Fotos: Jürgen Leiendecker)

 

H.T. Reliwette 1998

B e u y s

Ich habe Dir einen Garten gemacht,
Freund,
ein Labyrinth aus Berberitzen
und Freunde haben mir dabei geholfen !
Verwandte Seele Du,
das oszillierende Prinzip
funktioniert noch immer nicht
im Bundestag,
denn niemand will Schüler sein ...
Das Denkmal, welches sie Dir
zu Deinen Lebzeiten errichtet haben,
hast Du dem jenseitigen Ufer verweigert,
die Nordsee hat Dich aufgenommen.
Nach dem Kommunismus
richtet nun auch der Kapitalismus
seine Füße nach der Decke aus:
In der Eiskellerstraße in Düsseldorf
habt Ihr die Tage gezählt
Was sind schon zwanzig Jahre ?
Solche Irrtümer können wir uns leisten !
Nein, sie wollen den Sozialismus nicht,
keine Gleichmache;
der Trabbi war ihnen nicht genug,
und in der Mauer war zuviel Beton !
Der Bürger leckt das Henkerseil !
Der organische Geldkreislauf
taugt nur fürs Museum ...
Eine neue Menschheitsidee
auf den Spuren Schillers
und Rudolf Steiners und
in Bienenhonig gegossen:
ein Fanal auf der Dokumenta,
dem Galeristentribunal !
Die Ideen schwinden mit den Guten,
nur Helmut bleibt (und jetzt Gerhard)
und legt mit den Arbeitslosen zu;
ach, wer da mitreisen könnte
in lauschiger Mittsommernacht !
Stachelige Berberitze im Labyrinth des Lebens,
der Theaterplatz lässt grüßen !
Die Free international University
hat ihre Pforten geschlossen,
Hölderlin schläft tief und fest ...

Es ist nicht heilig, das Herz, nicht schöneren Lebens voll,
aber es achtet noch immer der Knecht den Gewaltsamen,
und der Menge gefällt, was auf dem Marktplatz taugt!
Heilig, lieber Hölderlin, sind nicht einmal die Heiligen!

 

 

2003: Zweitägiges OPEN-AIR-FESTIVAL der Poesie im Labyrinth unter Beteiligung von Bientexter/ Wilfried Bieneck, CACO, Kai Engelke, Fellow, Laura Kamikaze, Heinrich Korella, Ronald Klein, dtp, Michael Mikus, Raimund Samson, Manfred C. Schmidt, Karl-Heinz Schreiber, Marlene Stamer-johanns, HEL ToussainT, Tom de Toys, Thomas Trey, Gerda Ulpts, der Gruppe "30 Tage Schwedisch" u.a. - zum Pressebericht.

 



Seit 2003 als Gastbeitrag @ RELIWETTE.de

 

 

Tom de Toys, Sommer 1990 (gewidmet Erich Fromm & Fluxus)

KÄMPFE KÜNSTLER

(FÜR SICH STATT GEGEN ANDERE)

 

Eigentlich geht es in der Kunst nicht um die Bilder sondern deren Inhalt.

Diesen ins Leben umsetzen bedeutet plastische Bilder zu finden,

deren sozialer Selbstzweck heilsam ist.

Erst dann hat sich rückwirkend die Nützlichkeit eines Kunstwerks bewiesen

als LEBENSAUSLÖSER .

Aber der perversen Bewußtseinshaltung

typischer Kunstkonsumenten sowie besessener Künstler selber

verdanken wir den dekadenten Mißbrauch der Kunst

als LEBENSAUSLÖSCHER :

Kunst im weitesten Sinne wird zur fixierten Lebensignoranz –

der Rückzug in eine narzißtische Privatsphäre

wirkt tödlich, wenn keiner Kraft hat,

sich der kritischen Weltproblematik zuzuwenden.

( tagsüber zerstören – abends verzweifeln – nachts vergessen –

morgens wieder verdrängen – und weiter geht das Spiel ... )

 

DIE AUFGABE DER KUNST IST DIE AUFGABE DER KUNST !

NICHT AN BILDERN KLEBEN SONDERN HINDURCH BEWEGEN !

FREIE MENSCHEN VERNETZT EUCH UM DAS LEBEN ZU POETISIEREN !

Gegen diese schöne alte Plastikwelt und

gegen die esoterisch-positivistisch halbierte Zweckemotionalität !

 

Die echte Definition für Anarchie lautet:

FREUNDSCHAFT EX NIHILO

 

Das Raumschiff Erde hat bald kein Benzin mehr,

weil sein vermeintlicher Chefcomputer auf

Angst und Lügen programmiert ist.

Nur in der kalten Identitätsverkrampfung braucht man Geld und Waffen.

KAMPF DEM KAMPF DURCH OFFENE SEHNSUCHT !

WÄRMT UND LIEBT UND LACHT EUCH LEBENDIG !

 

Originalquelle: G&GN-INSTITUT

 


Tweets der Twitter-Timelines @Beuys2021 & @Beuys100


 

"Solange wir von einem elitären Staatskunstbegriff mit überteuerten Megaevents abgespeist werden, verkümmert die Seele auf plakativem Hochglanzniveau. Auf welchem Fernsehkanal läuft das Programm 'Seele' statt Soap?"  Tom de Toys @ kultura-extra.de

 

"Die FREIHEIT der freien Kunst wurde der Verwertbarkeit in der Kreativwirtschaft geopfert! Ich plädiere für die Gründung des Subkulturministeriums, das das künstlerische Potenzial nachhaltig von unten fördert, wo es anfängt: im seelischen Off!"  Tom de Toys @ kultura-extra.de

 

Das berühmte Kunstmissverständnis: NICHT jeder Mensch IST schon ein Künstler. Erst wenn das Kreativpotenzial im Mensch erwacht, können all seine Taten authentische Kunst der Gegenwart sein, indem er eins wird mit dem, wozu er wirklich fähig ist!

 

Prof. Joseph Beuys (12.5.1921-23.1.1986) wurde vom Wissenschaftsminister Johannes Rau am 11.10.1972 aus der Kunstakademie entlassen, um den RAHMEN nicht zu SPRENGEN! Nicht jeder kann Künstler werden! Hoch lebe die soziale Mikroplastik! Erweiterte Kunstbegriffstutzigkeit für alle!

 


AUCH DIE LETZTEN URBEUYSIANER STERBEN IRGENDWANN...

Im Zusammenhang mit Beuys darf auch der Kunsttherapie-Professor PETER RECH nicht ungenannt bleiben. Nach seinem Referandariat bei Beuys folgte er dem Ruf an die Pädagogische Fakultät der Universität Köln, wo er das Seminar für Kunstdidaktik leitete. Seinen Studenten gegenüber sprach er häufig von seinem Wunsch, die F.I.U. (Freie Internationale Universität) doch noch zu verwirklichen, aber der Traum erfüllte sich leider nicht...

R.I.P. ~ NACHRUF auf Peter Rech 21.5.1943 - 5.12.2019

 

>>Ohne die Bilder wäre der Trieb nicht umzuwandeln, bliebe er rein energetisch, könnte sich höchstens motorisch 'verflüchtigen', wäre im übertragenen Sinne nie 'orgiastisch', weil er 'dank keines Bildes' ziellos bliebe. (...) Der Mensch wünscht sich ja sein ganzes Leben hindurch nichts anderes, als wieder das zu bekommen, was ihm anfangs genommen worden ist. Deshalb spricht er, und dies nur, wenn er sich nicht erfüllt fühlt.<<

 

Peter Rech, 2007 in: "[+] KUNST [-] THERAPIE - SOZIOLOGIE DER KUNSTTHERAPIE", Seite 87: "Sprache umkreist Ur-Bilder und Vor-Bilder"

Trauerrede von Tom de Toys auf POESIEPREIS.de

 



Und was macht TOM A. HAWK von den "Space Indians International" heutzutage?